„Gegen Virton die innere Spannung aufrechterhalten“

Seit dem Amtsantritt von Jordi Condom Auli als Chefcoach der KAS Eupen hat die Mannschaft einen guten Lauf. Dem 1:1 in Roeselare folgten das 4:0 beim Heimspiel gegen Geel und der 1:0-Erfolg am letzten Sonntag in Lommel. Obendrein hat sich die KAS Eupen für die Play Offs  qualifiziert und geht mit Selbstvertrauen in die Endrunde um einen Platz in der D1. „Diese Endrunde ist in meinen Augen völlig offen. Einige hatten uns schon abgeschrieben und jetzt sind wir doch dabei. Vielleicht ist das ein Vorteil, denn wir sind die Mannschaft, die sich in den letzten Wochen neues Selbstvertrauen erarbeitet hat“, sagt Jordi Condom Auli im Interview mit dem AS-Journal.

Letzten Sonntag hat die KAS Eupen beim 1:0 in Lommel ihren 19. Saisonsieg gefeiert und den Gastgebern damit ihre Titelchancen geraubt. Wie beurteilen Sie den Auftritt der KAS bei diesem Auswärtsspiel?

Wir haben in Lommel eine sehr gute Leistung geboten und einen wichtigen Sieg eingefahren. Grundlage für den Erfolg war das strake Abwehrverhalten der gesamten Mannschaft, die sehr gut organisiert war und aufopferungsvoll gekämpft hat. So kam Lommel nicht zur Entfaltung und wir haben vor dem Meisterschaftsfinale und der Endrunde unser Selbstvertrauen noch einmal gestärkt.

In der Endrunde wird die KAS Eupen erneut auf diesen Gegner treffen. Ist es da ein psychologischer Vorteil in der Meisterschaft gegen Lommel zweimal gewonnen zu haben?

Jedes Spiel ist anders und muss erst einmal gespielt werden. Dennoch haben wir Lommel und den anderen Endrundenteilnehmern gezeigt, dass sie mit uns rechnen müssen und sie werden Respekt vor uns haben. Obwohl wir die Punkte aus Lommel für die Teilnahme an den Play Offs nicht mehr nötig hatten, haben wir das Spiel ernst genommen und unsere professionelle Einstellung unter Beweis gestellt. Dies hat uns viel Anerkennung eingebracht und unsere Position gestärkt, denn wir haben Rhythmus und Konzentration aufrechterhalten. Insofern war das Spiel schon eine sehr gute Vorbereitung auf die Endrunde.

Gilt das auch für das Heimspiel gegen Virton?

Absolut, auch dieses Spiel werden wir nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ganz im Gegenteil. Nach dem 0:2 in Virton haben wir mit diesem Gegner noch eine Rechnung offen und würden allzu gerne sportlich Revanche nehmen. Außerdem möchten wir  beweisen, dass wir zu Recht auf dem dritten Tabellenplatz stehen und gerüstet sind für die Endrunde. Wir müssen die innere Spannung bewahren und werden mit der bestmöglichen Mannschaft antreten. Wir werden allenfalls den einen oder anderen leicht verletzten Spieler ersetzen, um vor der Endrunde kein Risiko einzugehen.

Nach dem 34. Spieltag rückt die Endrunde in den Fokus, wie stehen die Chancen der KAS Eupen?

Die Endrunde ist in meinen Augen völlig offen, einige hatten uns schon abgeschrieben und jetzt sind wir doch dabei, vielleicht ist das sogar ein Vorteil. Denn wir sind die Mannschaft, die sich in den letzten Wochen neues Selbstvertrauen erarbeitet hat. Wir haben unsere Gegner OHL und Lommel sehr genau beobachtet und haben auch die Erstligisten CS Brügge und Lierse SK studiert. Wo wir einmal beim Play Off dabei sind, werden wir auch versuchen, jedes Spiel zu gewinnen. Dafür werden wir alles tun. Das beginnt mit der physischen und mentalen Vorbereitung, geht über gute Ernährung bis hin zur Analyse des jeweiligen Gegners.

Sie haben die Mannschaft vor einem Monat als Chefcoach übernommen und haben sich vorgenommen, auf große Veränderungen zu verzichten, aber einige Details zu verändern. Inwieweit ist das gelungen?

Wenn ich die Spiele in Roeselare, gegen Geel und in Lommel analysiere, dann komme ich zu dem Schluss, dass sie die Mannschaft gut und kontinuierlich weiter entwickelt hat. Wir haben im Trainerteam einige Details bei der Vorbereitung der Spiele verändert. So ist es uns gelungen, einen positiven Stress zu generieren und eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Spieler sich sicher fühlen und sich auf das Spiel freuen, ohne Angst zu haben, einen Fehler zu machen. Schon jetzt können wir es kaum abwarten, dass die Play Offs beginnen.

Gleich nach Ihrem Amtsantritt haben Sie auch den Kontakt zu den Fans gesucht. Wie sind diese Begegnungen verlaufen?

Für mich sind die Fans ein sehr wichtiger Bestandteil eines Fußballclubs. Diese Auffassung habe ich den Fans bei meinen Gesprächen vermittelt und ich bin auch froh und dankbar über die Unterstützung bei den letzten drei Spielen. Ich habe inzwischen viele interessante Gespräche geführt und mich bemüht, den Standpunkt des Vereins zu vermitteln. Das man dabei nicht immer einer Meinung ist, liegt in der Natur der Sache, aber die Fans sollen wissen, dass wir alles tun, um sportlich erfolgreich zu sein und dass wir sie dabei nötig haben. Das Gleiche gilt für die Mitarbeiter und alle Helfer des Vereins. Auch wenn ich der Chefcoach bin, habe ich gute Mitstreiter nötig, dazu gehören alle, vom Greenkeeper über die medizinische Abteilung, die Köchinnen bis hin zum Busfahrer. Spieler, Trainer, Fans und Mitarbeiter müssen eine feste Gemeinschaft bilden und alle gemeinsam das gleiche Ziel verfolgen. Das gibt der Mannschaft Rückhalt und macht sie stark. Ich kann jedenfalls allen versichern, dass wir für den Verein, für unsere Fans und für die Region alles geben werden, um die noch verbleibenden Spiele dieser Saison zu gewinnen.