„Gegen Waasland müssen wir gewinnen und werden gewinnen!“

Im Oktober 2016, kurz nach seinem 18. Geburtstag kam Moussa Wague von der Aspire Academy zur KAS Eupen und unterschrieb beim ostbelgischen Erstligisten seinen ersten Profi-Vertrag. Spielberechtigt ist der aus Senegal stammende rechte Verteidiger seit Anfang Januar. Das erste Spiel im Trikot der KAS Eupen wird Moussa Wague so schnell nicht vergessen: Im Trainingslager von Doha stand er beim Testspiel gegen Bayern München in der Startaufstellung und hatte es mit Frank Ribéry zu tun. „Mit der Hilfe meiner Mitspieler habe ich diese Aufgabe ganz ordentlich bewältigen können“, sagt der 18-Jährige im Interview mit dem AS-Journal

Kurz nach ihrem 18. Geburtstag sind sie im Oktober 2016 zur KAS Eupen gekommen, welches war Ihr Weg von Ihrer Heimat Senegal zur belgischen Pro League?

Mit 10 Jahren bin ich in meiner Heimatstadt Ziguinchor in eine Fußballschule eingetreten und habe dort gespielt und trainiert. Ich kannte die Sichtungsturniere der Aspire Academy in meiner Heimatstadt und habe im Alter von 13 Jahren daran teilgenommen. Dabei konnte ich mich für das nationale Finale in Dakar qualifizieren. Dort wurde ich dann gemeinsam mit 4 Spielern meines Landes ausgewählt und zu einem Lehrgang nach Doha eingeladen. Im Anschluss an diesen Lehrgang wurde mir dann von den Aspire-Verantwortlichen mitgeteilt, dass ich zu denen gehöre, die in der Aspire Academy Senegal während 5 Jahren schulisch und als Fußballspieler ausgebildet werden.

Ging damit für Sie ein Traum in Erfüllung?

Ja, in jedem Fall, davon träumen in Senegal alle jungen Fußballspieler. Jeder möchte sich beim Sichtungstraining präsentieren, und wenn man dann zu denen gehört, die angenommen werden, dann ist das schon ein ganz großes Glück. Und so ging es für mich ja dann auch erfolgreich weiter, weil ich zum Abschluss meines letzten Jahres in der Akademie den Profi-Vertrag bei der KAS Eupen angeboten bekam.

Sie sind als Rechtsverteidiger zur KAS Eupen gekommen, haben sie während ihrer gesamten Ausbildung auf diesem Posten gespielt?

Angefangen habe ich im Mittelfeld, auf dieser Position habe ich mich dann auch bei den Sichtungsturnieren der Aspire Academy präsentiert. Doch als ich dann den ersten Lehrgang in Doha mitgemacht habe, war Jordi Condom der Coach, und der hat mich dann als rechten Verteidiger aufgestellt. So habe ich den ersten Trainer meiner Profi-Karriere, unter dem ich heute trainiere,  bereits vor 5 Jahren kennen gelernt. Und er war es dann auch, der mich auf den Posten beordert hat, auf dem ich heute noch spiele.

Wie ist die Eingewöhnung in Eupen verlaufen?

Damit hatte ich keine Probleme, die Freunde von der Aspire Academy kannte ich ja schon alle von der Schulzeit her und auch die anderen Spieler im Kader haben mich gut aufgenommen. Ich bin ja bereits seit Oktober hier und habe zunächst nur mit der Mannschaft trainiert. So konnte mich nach und nach an alles gewöhnen, bevor ich die Lizenz bekam und seither so richtig zum Kader der 1. Mannschaft gehöre. Mir geht es gut hier in Eupen und ich habe kein Heimweh.

Sportlich hätte der Einstieg für Sie bei der KAS kaum besser laufen können: Unmittelbar nach dem Erhalt der Lizenz bekamen die beim Trainingslager in Doha gleich einen Platz in der Startelf. So haben Sie in Doha gegen Bayern München und Shanghai SIPG als rechter Verteidiger gespielt, anschließen im Pokal bei Zulte und in der Meisterschaft gegen den KRC Genk. Inwieweit hat Sie das überrascht?

Überrascht hat mich das nicht. Ich wusste ja, dass die KAS Eupen mich engagiert hat, damit ich auch spiele. Vielleicht liegt es ja auch an der Position des rechten Verteidigers, für die es momentan keinen gesetzten Stammspieler gibt. Andererseits mangelt es ja nicht an Konkurrenz: Anthony Bassey und George Odeni haben ja auch gute Spiele auf dieser Position bestritten.

Die Premiere im KAS Trikot gegen Bayern München werden Sie sicher nicht so schnell vergessen. Wie haben Sie persönlich sich gegen das Team von Müller, Robben und Ribéry aus der Affäre gezogen?

Das sollte man nicht aus der Perspektive des Einzelspielers betrachten. Ich denke, dass ich gegen Frank Ribéry ganz ordentlich gespielt habe, allerdings ist mir dies nur dank der Hilfe meiner Mitspieler gelungen. Natürlich war es für mich als 18-jährigen eine ganz besondere Freude gegen Leute wie Ribéry, Costa oder Robben zu spielen. Aber ich weiß natürlich, dass ich ein junger Spieler bin, der noch sehr viel lernen muss und noch hart an sich arbeiten muss.

Was wollen Sie als Fußballspieler noch erreichen? Was ist Ihr Traum?

Zunächst möchte ich mich als Fußballspieler noch weiter entwickeln, dann wird man sehen, was möglich ist. Natürlich träume ich davon, einmal das Nationaltrikot von Senegal zu tragen oder eines Tages auch in einem ganz großen Verein zu spielen. Am allerliebsten natürlich beim FC Barcelona, denn das ist mein Lieblingsclub. Als Spieler ist der senegalesische Stürmer El Hadji Diouf mein Idol. Aber damit beschäftige ich mich jetzt nicht, erst einmal geht es darum fleißig zu trainieren und weiter Fortschritte zu machen. Was sich dann ergibt, das wird sich zeigen.

Wofür interessieren Sie sich, wenn es einmal nicht um Fußball geht?

Neben dem Fußball interessiere ich mich sehr für den Basketball, vor allem in der NBA.

Am Samstagabend bestreitet die KAS Eupen ein weiteres wichtiges Spiel beim Kampf um den Klassenerhalt. Mit welchen Gefühlen blicken Sie der Partie zwischen der KAS und Waasland-Beveren entgegen?

Das wird wieder ein ganz wichtiges Spiel für uns. Das müssen wir gewinnen und das werden wir gewinnen, Inshallah (so Gott will).