„Ich will mit der KAS Eupen zurück in die D1“

Gleich zu Beginn der Transferperiode hat die KAS Eupen Siebe Blondelle als ersten Neuzugang vorgestellt. Der 29-jährige Flame, der zuvor als Profi in den Niederlanden, Deutschland und Belgien aktiv war, wechselte als Stammspieler des Erstligisten Waasland-Beveren zur KAS Eupen. In Eupen konnte Siebe Blondelle von Beginn an überzeugen und hat einen Stammplatz in der Innenverteidigung erobert. Mit der KAS Eupen, die nach Aussage von Siebe Blondelle schon jetzt in vielen Bereichen Erstliga-Niveau hat, möchte er so schnell wie möglich zurück in die D1. Dies erklärte der aus Brügge stammende Fußballprofi im Interview mit dem AS-Journal.

Ihr Vertrag beim Erstligisten Waasland-Beveren lief zum Ende der vorigen Saison aus und Sie haben gleich zu Beginn der Sommerpause in Eupen unterschrieben. Was hat Sie dazu bewogen, frühzeitig bei der KAS Eupen zuzusagen und nicht auf ein Angebot aus der D1 zu warten?

Die KAS Eupen und ich wir haben ein gemeinsames Ziel, wir wollen gemeinsam in die D1 aufsteigen. Bei den Gesprächen mit der KAS Eupen hatte ich von Beginn an Wertschätzung gespürt und habe gemerkt, dass Eupen Ambitionen hat. So habe ich in Eupen unterschrieben und hatte nicht den Eindruck, einen Schritt zurück zu machen. Im Gegenteil, in einigen Bereichen ist die KAS Eupen besser aufgestellt als mancher Club in der D1.

In welchen Punkten hat Eupen denn das Level eines Erstligisten?

Das ganze Umfeld der Mannschaft ist professionell aufgestellt, die Trainingsbedingungen könnten nicht besser sein und auch die Versorgung vom Frühstück bis zum gemeinsamen Mittagessen der Mannschaft ist optimal. Somit hat das ganze Drumherum schon das Niveau einer D1-Mannschaft. Noch wichtiger ist natürlich der sportliche Aspekt, der auch sehr hoch einzuschätzen ist. Hier stehen nur Fußballspieler auf dem Platz, die allesamt gut ausgebildet sind. In Eupen wird richtig guter Fußball gespielt, hier kann sich jeder von uns noch weiterentwickeln und das gefällt mir.

Sie sind jetzt seit zwei Monaten in Eupen, welchen Eindruck von der Stadt, den Bewohnern, Lebensqualität?

Eupen ist keine große Stadt aber sehr gesellig mit vielen netten Restaurants, dazu ist Eupen sehr gut gelegen. Von hier aus ist man schnell in den Niederlanden, in Deutschland und im Landesinnern, dazu kommt die schöne Natur mit dem Hohen Venn. Wenn wir einen halben Tag frei haben, dann fahre ich mit meiner Frau gerne nach Holland oder nach Aachen, wenn wir mal einen ganzen Tag frei haben, dann geht es für uns nach Brügge, wo meine Familie lebt.

Als Profi haben Sie schon in Belgien, den Niederlanden und Deutschland gespielt. Wie situieren Sie die KAS Eupen im Vergleich zu den bisherigen Stationen Ihrer Laufbahn?

Eupen ist ein Mix von dem, was ich bislang erlebt habe. Wir spielen einen sehr technischen Fußball, ähnlich wie in den Niederlanden, unsere Meisterschaft bestreiten wir im belgischen Kontext und deutsch ist die Sprache, die hier gesprochen wird.

Im Vergleich zur letzten Saison ist die Mannschaft jetzt auf fast allen Positionen mit mehreren gleichwertigen Spielern besetzt, könnte der Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft auf Dauer nicht belastend werden?

Das sehe ich nicht so, in meinen Augen ist es ein Vorteil, für jede Position mindestens 2 Spieler zu haben. In einer Saison kann so viel passieren, egal ob es Sperren oder Verletzungen sind. Da ist es schon sehr wichtig, ohne Qualitätsverlust auswechseln zu können.

Zuletzt haben Sie bei Waasland-Beveren in einer Mannschaft gespielt,  die sich auf die Defensive konzentrieren musste, jetzt spielen sie in Eupen in einem Team mit viel Ballbesitz. Ist das nicht gerade für einen Verteidiger eine große Umstellung?

Bei Waasland-Beveren hatte ich die meisten Einsätze im defensiven Mittelfeld und nicht auf meiner Stammposition als Zentralverteidiger. Aber auch da musste ich immer verteidigen und war wenig am Spielaufbau beteiligt. Das war dann schon eine Umstellung, weil die Aufgabe bei der KAS Eupen komplexer ist aber auch mehr Spaß macht. Deshalb hat mir die Umstellung auch keine Probleme bereitet.

Für den Angriff hat die KAS Eupen noch einen Top-Transfer getätigt und Jeffrén geholt. Wie wurde diese Information im Kreis der Mannschaft aufgenommen?

Die Mannschaft hat sehr positiv auf diese Nachricht reagiert. Wir haben ja in Eupen alle nur das eine Ziel, in die D1 aufzusteigen. Da ist jeder, der uns dabei helfen kann, willkommen. Ein solcher Transfer ist dann auch noch mal ein zusätzlicher Motivationsschub für die gesamte Mannschaft. Das gibt uns Sicherheit und Vertrauen.

A propos Aufstieg in die D1: Ist Eupen stark genug, um Meister der Proximus League zu werden?

Wir haben auf jeden Fall schon mal einen guten Start hingelegt mit 10 Punkten aus 4 Spielen sowie zwei Siegen im Pokal. Wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken, aber die D2 ist schon eine sehr schwierige Meisterschaft, da wird niemand locker Meister. Das wird für jeden Club sehr schwer. Aber wir sollten jetzt nicht das Ende der Meisterschaft ins Visier nehmen, sondern immer von Spiel zu Spiel schauen.

Und da steht das Heimspiel gegen Lierse SK auf dem Programm. Was erwarten sie von der Partie am Sonntag im Kehrweg-Stadion?

Lierse spielt einen ähnlichen Fußball wie die KAS Eupen, das sollte eigentlich für die Zuschauer ein angenehmes Spiel werden zwischen zwei Mannschaften, die attraktiven Fußball bieten. Für beide Clubs wird das eine wichtige Standortbestimmung: Wir möchten unseren guten Saisonstart bestätigen und Lierse wird alles tun, um endlich in eine positive Spirale zu kommen. Die Transfers sind jetzt beendet, die ersten Spiele sind gespielt und jetzt wird man erfahren, wo man wirklich steht. Ich hoffe natürlich, dass wir am Ende die 3 Punkte für uns verbuchen können. Das wäre umso schöner, als unsere Tochter Laure am Sonntag ihren 2. Geburtstag feiert. Normalerweise wird sie im Stadion sein und ein Sieg über Lierse SK, das wäre dann ein schönes zusätzliches Geschenk.