„In Schnee und Eis kürzer und intensiver trainieren“

Frost, Schnee und Eis sorgen seit gut einer Woche in Eupen für echtes Winterwetter. Somit herrschen schwierige Bedingungen für das tägliche Training der KAS Eupen. Ein Anlass zu einem Gespräch mit Raphaël Fèvre, der als Konditionstrainer der KAS Eupen die Trainingseinheiten der ersten Mannschaft konzipiert. „Um uns vor Verletzungen und Erkältungen zu schützen, müssen wir kürzere und intensivere Trainingseinheiten anbieten“ so die Botschaft von Raphaël Fèvre.

Haben Sie in Ihrer Laufbahn als Konditionstrainer schon einmal so winterliche Arbeitsbedingungen erlebt  wie in diesen Wochen in Eupen mit Schnee und Dauerfrost?

Ja, in Valenciennes im Norden Frankreichs hatte ich ein Jahr mit sehr schwierigen Bedingungen erlebt und natürlich auch in Chicago.

Inwieweit muss das Training bei der Kälte angepasst werden?

Das Training muss immer an die äußeren Bedingungen angepasst werden, sei es in Bezug auf den Zustand des Platzes oder in Bezug auf die Temperaturen. Bei Kälte müssen wir sehr dynamische Einheiten organisieren, kürzer als sonst, mit weniger Erholungszeit zwischen den Übungen. All dies, um zu verhindern, dass sich die Spieler erkälten oder sich bei der Kälte eine Muskelverletzung zuziehen. Dies gilt im Übrigen für die komplette Trainingseinheit auf dem Platz: für die Fitnessübungen sowie die technischen  Übungen mit oder ohne Ball.

Muss man sich bei Kälte noch intensiver aufwärmen?

Ja, hier liegt der größte Unterschied. Deshalb habe ich hier im Stadion den Fitnessraum einrichten lassen, wo sich die Spieler aufwärmen können, bevor sie auf das Feld gehen. Auf diese Weise sind sie muskulär auf das Training vorbereitet. Alle Muskel- und Dehnübungen werden vor dem Training im Fitnessraum durchgeführt. Auf dem Platz machen wir ein weiteres spezifisches aber kürzeres Aufwärmen. Nach der Trainingseinheit im Freien gehen wir wieder nach innen für die abschließende Kräftigungs- und Dehnarbeit.

Was sind die größten Risiken beim Training unter winterlichen Bedingungen?

Wie ich bereits sagte, besteht die Gefahr, dass man sich eine Erkältung holt oder sich auch eine Muskelverletzung zuzieht. Doch diese Risiken werden durch die beschriebenen  Vorsichtsmaßnahmen deutlich reduziert. Somit liegt die größte Gefahr in möglichen Verletzungen der Gelenke und Bänder, die durch den harten und unebenen Boden verursacht werden. Aber auch hier passe ich das Training an und sorge dafür, dass wir weniger Übungen mit abrupten Bewegungen und vielen Richtungswechseln oder Stopps durchführen.

Ist es eine Option, das Training in die Halle zu verlegen?

Ja, wir denken darüber nach. Aber es gibt nur wenige Sporthallen in der Region, die alle Voraussetzungen für gutes Indoor-Training einer Fußballmannschaft erfüllen. Doch wenn die Wetterbedingungen weiterhin sehr ungünstig bleiben, könnten wir die eine oder andere Trainingseinheit in die Handball-Halle des Königlichen Militärsport-Institutes in der Eupener Unterstadt verlegen.

Befürchten Sie, dass bei einer möglichen Fortdauer des Winterwetters der gute Trainingszustand der Spieler nach dem Trainingslager in Doha wieder verloren geht?

Das hat man schon im Hinterkopf. Aber wir werden alles tun, damit es nicht so weit kommt