„Ja, wir können Tubize schlagen“

Unmittelbar nach seinem 18. Geburtstag, ist Eric Ocansey im August diesen Jahres auf direktem Weg von der Aspire Academy in Senegal nach Eupen gekommen und hat bei der KAS seinen ersten Profi-Vertrag unterzeichnet. Trotz harter Konkurrenz in einem stark besetzten Kader stand der Ghanaer bei den letzten 4 Spielen in der Startelf seines neuen Vereins. „In Brügge hat der Trainer mich eingewechselt, diese Chance habe ich gut genutzt und mich für weitere Einsätze empfohlen“, analysiert Eric Ocansey seine Situation. Das Erstaunliche: Eric ist als Stürmer zur KAS Eupen gekommen. Die bislang 5 Einsätze im A-Team absolvierte er als … Außenverteidiger und erntete durchweg gute Kritik für seine Leistungen.

Ihre komplette Ausbildung zum Fußballspieler haben Sie als Stürmer durchlaufen. Ihre bisherigen Einsätze im Trikot der KAS Eupen haben Sie als Außenverteidiger absolviert. War dieser Positionswechsel nicht problematisch für Sie?

Nein keinesfalls, das Wichtigste ist, dass ich überhaupt spiele, auch wenn es nicht die gewohnte Position ist. Der Trainer hat mir gesagt, dass er mich als Außenverteidiger einsetzen möchte und das war für mich OK so. Ich habe gut zugehört, was er von mir erwartet und habe mich darauf konzentriert, diese Aufgabe zu erfüllen. Probleme beim Verteidigen hatte ich nicht, das liegt daran, dass im modernen Fußball auch die Angriffsspieler Aufgaben bei der Balleroberung übernehmen müssen, insofern war das keine Riesenumstellung.

Welches wäre denn Ihre Wunschposition im Team?

Wenn ich die Wahl hätte, dann würde ich am liebsten weiter vorne spielen. Vorne fallen die Tore, da wird das Spiel entschieden, da will man dabei sein.

Sie sind gerade einmal 3 Monate in Eupen, sind einer der Jüngsten im Kader und standen in den letzten vier Spielen in der Anfangsformation. Hatten Sie damit gerechnet?

Eigentlich schon, es ist ja mein Job, zu spielen. Ich habe beim Training hart gearbeitet und wollte zeigen, wozu ich fähig bin. Dann wurde ich in Brügge eingewechselt, diese Chance habe ich gut genutzt und der Trainer war zufrieden mit mir.

Sie kommen aus Ghana, wie sind sie dort aufgewachsen?

In Accra, der Hauptstadt von Ghana, bin ich aufgewachsen. Meine Mutter betreibt dort auf dem Markt einen Handel und mein Vater ist Fußballspieler,  der in verschiedenen Ländern Afrikas gespielt hat. Ich bin das zweitjüngste von sechs Kindern, ich habe drei Schwestern und zwei Brüder. Mit sieben Jahren habe ich angefangen, in einem kleinen Club von Accra Fußball zu spielen.

Waren sie schon als Kind ein Fußballtalent?

Ja, denn im Alter von 10 Jahren wurde ich ein erstes Mal entdeckt und wurde für ein Jahr in die Feyenoord Academy von Accra eingeladen. Im Alter von 14 Jahren nahm ich dann gemeinsam mit vielen hundert Jungen am Sichtungstraining der Aspire Academy teil. Ich war gut drauf und konnte mich in zwei Ausscheidungsrunden gemeinsam mit 50 anderen für das nationale Finale von Ghana qualifizieren. Als ich dann in der Schule war, wurde meine Mutter angerufen und informiert, dass ich zusammen mit drei anderen Ghanaern zu einem letzten Test in die Academy nach Doha eingeladen war. Dort gehörte ich dann zu denen, die einen Platz für die Academy in Senegal ergattern konnten. Das war ein ganz großer Moment in meinem Leben, denn es war eine einzigartige Chance, diese Ausbildung mitmachen zu können.

Inzwischen sind sie als Absolventen der Aspire Academy bei der KAS Eupen angekommen und haben hier ihren ersten Profi-Vertrag unterzeichnet. Wie groß war die Umstellung?

Das ist schon ein gewaltiger Unterschied zwischen der Academy und dem Leben als Profi. Hier musst du permanent mit großer Aufopferung sowie voller Intensität und Konzentration arbeiten. Alles läuft hier viel schneller und auf einem viel höheren Niveau. Hier musst Du jederzeit einsatzbereit sein und darfst keinen Fehler machen, weil das der Mannschaft schaden könnte. So lerne ich von den Trainern und den erfahrenen Mitspielern jeden Tag viel hinzu.

Welche Ziele haben Sie sich als Fußballspieler gesetzt?

Ich möchte mich immer weiterentwickeln, um in Zukunft einmal zu den besten Fußballspielern der Welt zu gehören. Ich hoffe, eines Tages Nationalspieler von Ghana zu sein. Mein Lieblingsclub ist seit vielen Jahren Manchester United und es ist mein Traum, einmal dort spielen zu können. Mein großes Vorbild ist Cristiano Ronaldo.

Am kommenden Sonntag steht das Spitzenspiel gegen Tubize bevor. Ist die KAS Eupen stark genug, das Spiel zu gewinnen?

Ganz sicher. Wir sind stark genug und immer bereit, drei Punkte zu holen. Jedes Spiel ist für uns ein Finale, das wir gewinnen wollen.

An welcher Position sehen Sie die KAS Eupen zum Ende der Saison?

Auf dem 1. Platz.

Wie lange möchten Sie noch bei der KAS Eupen spielen?

Solange ich hier spielen darf, möchte ich bei der KAS Eupen spielen. Für mich ist das der beste Club, den ich mir für meine Weiterentwicklung vorstellen kann. Hier lerne ich am meisten. Für den nächsten Schritt zu einem größeren Verein, möchte ich mir Zeit lassen, für mich ist es wichtig, mir eine gute und sichere Basis zu erarbeiten. Das kann ich am besten hier bei der KAS Eupen.