Lebhafte Diskussionsrunde beim KAS-Fantalk

Mit großem Interesse haben die Besucher des Fantalks der KAS Eupen im Café Penalty die Podiumsdiskussion zur Situation des belgischen Fußballs nach den Enthüllungen der letzten Wochen verfolgt. Unter der Moderation von BRF-Sportredakteur Christophe Ramjoie haben KAS-Generaldirektor Christoph Henkel, UEFA-Beobachter Jean-François Crucke und der Vorsitzende des Eupener Fanclubs der Roten Teufel Alain Brock ihre Standpunkte dargelegt und über mögliche Konsequenzen aus der Affäre gesprochen. Alle Diskussionsteilnehmer äußerten dezidierte Meinungen, wodurch sich eine zwar nicht kontroverse aber dennoch lebhafte und interessante Diskussion entwickelte.

KAS-Generaldirektor Christoph Henkel verwies noch einmal darauf, dass die KAS Eupen zu keinem Zeitpunkt Gegenstand von Ermittlungen war und die Mitarbeiter sowie die Fans sich darauf verlassen können, dass bei der KAS Eupen alles korrekt abläuft. In den Enthüllungen der Justiz sieht Christoph Henkel nicht nur das Problem der Glaubwürdigkeit des belgischen Fußballs sondern auch die Chance der Erneuerung. „Jetzt muss mit transparenten Entscheidungen Klarheit geschaffen werden, um neu aufgestellt in die Zukunft starten zu können“, so Christoph Henkel. „Die Einzelheiten der von Pro League-Präsident Marc Coucke erarbeiteten Charta sind uns noch nicht bekannt, dennoch unterstützt die KAS Eupen die Reformpläne des Anderlecht-Präsidenten, mit dem wir uns beim Gastspiel Ende Oktober im Kehrweg-Stadion persönlich austauschen konnten“, sagte Christoph Henkel. „Allerdings habe ich den Eindruck, dass der Prozess der Erneuerung noch nicht stattfindet und alle sich in Erwartung der Entscheidungen der Justiz in Wartestellung befinden“, so Christoph Henkel.

Als engagierter Fußballfan prangerte Alain Brock die Interessenkonflikte an, die dadurch entstehen, dass in Belgien viele Vereinsverantwortliche auch in den Gremien des Verbandes und der Pro League Schlüsselpositionen einnehmen. Die Forderung von Alain Brock ist sehr deutlich: „Jetzt muss alles auf den Tisch. Wir erwarten klare Entscheidungen und keinen seichten Kompromiss ‚à la belge'“. Ungeduldig stellte Alain Brock die Frage in den Raum, „warum bislang keine Task-Force gebildet worden sei, die sich beherzt des Problems annimmt.“

Der frühere Top-Schiedsrichter und heutige UEFA-Beobachter Jean-François Crucke appellierte an die Verantwortung des Fußball-Verbandes. „Viele hoffen jetzt auf eine schnelle Entscheidung der Justiz, doch gerade das halte ich aufgrund der komplizierten Prozeduren für unrealistisch. Der Fußballverband hingegen hat die Möglichkeit, eine schnelle Entscheidung zu treffen und die Leute zu bestrafen, die gegen die Regeln des Verbandes verstoßen haben.“ Allerdings äußerte JF Crucke sich sehr skeptisch, was die Umsetzung seiner Forderung durch den Fußballverband angeht.

Das Panda-Radio hat die Diskussionsrunde im Café Penalty aufgezeichnet und wird das knapp 90-minütige Podiumsgespräch am heutigen Donnerstagabend ab 20.00 Uhr ausstrahlen.