Mit seiner Erfahrung lenkt er das Spiel der AS Eupen

Der Wechsel von Luis Garcia vom spanischen Zweitligisten Real Saragossa zur KAS Eupen wurde im Sommer von vielen Beobachtern als Top-Transfer der 2. Division eingestuft. Schnell hat der Spanier sich als Schlüsselspieler bei der KAS Eupen etabliert. Der 33-Jährige ist torgefährlich(3 Treffer) und zieht die Fäden im Angriffsspiel der AS Eupen. Am letzten Wochenende brachte er die KAS beim ASV Geel mit seinen Vorlagen zum 1:0 und 2:0 auf die Siegerstraße. Dem KAS-Journal stand der sympathische Spanier Rede und Antwort.

Luis, Sie sind jetzt seit gut drei Monaten in Belgien. Wie fühlen Sie sich, sind Sie und ihre Familie in Eupen angekommen?

Absolut, meine ganze Familie fühlt sich in Eupen sehr wohl. Es ist eine ruhige Stadt und ein angenehmes Umfeld. Meine Frau hat sich gut eingelebt, unsere Söhne Hugo und Dani besuchen den Kindergarten und sind in der gleichen Klasse wie die Kinder von Rodri und Juan Ochoa. Am Anfang war es für sie nicht leicht, französisch und deutsch zu lernen, inzwischen kommen sie damit gut zurecht.

Und wie ist die berufliche Integration bei der KAS Eupen verlaufen?

Ich war von Anfang an begeistert und daran hat sich auch nichts geändert. Jeder einzelne Spieler ist in die Mannschaft integriert, die Jungen und die erfahrenen Spieler bilden ein echtes Team. Das ist schon eine phantastische Gruppe mit vielen guten Leuten, die individuell und gemeinsam guten Fußball spielen.

Als spanischer Nationalspieler gehören Sie zu den bekanntesten Akteuren der 2. Liga, ganz sicher werden ihre Gegenspieler gerade gegen Sie besonders motiviert antreten, wie werden Sie damit fertig?

Ich verspüre da keinen besonderen Druck und denke nicht, dass die Gegner mit besonderem Ehrgeiz gerade gegen mich spielen. Wenn die anderen Vereine sich gegen uns ins Zeug legen, dann liegt das an unserer Mannschaft: Die AS Eupen ist das Team, dem alle Gegner das Leben schwer machen möchten.

In 15 Spielen hat die AS Eupen 10 Siege errungen und gehört mit 32 Punkten zur Spitzengruppe der 2. Division. Wie beurteilen Sie die Zwischenbilanz?

Unsere Bilanz kann sich sehen lassen, nicht nur wegen der Punktausbeute und unserer Tabellenposition. Auch die Entwicklung der Mannschaft und der Fußball, den wir anbieten, beurteile ich sehr positiv.

Gegen vermeintlich schwächere Gegner tut sich AS Eupen sich bisweilen schwer, woran liegt das?

Das liegt daran, dass diese Clubs gegen uns sehr defensiv spielen. Und im Fußball ist es nun einmal viel leichter zu verteidigen, als durch Angriffsfußball zu gewinnen. Unsere Herausforderung ist es, da eine Lösung zu finden und mit unserem Spiel zum Erfolg zu kommen. Dazu müssen wir noch etwas schneller spielen, ohne die Geduld und die Übersicht zu verlieren. Daran arbeiten wir. Wir haben da aber schon einiges erreicht und sind auf dem guten Weg.

Wo liegen die Stärken der AS Eupen, wo sind die Schwachpunkte, an denen das Team noch arbeiten muss?

Unsere Stärke ist die Qualität aller Spieler, die professionell mit großem Einsatz und viel Ehrgeiz bei der Sache sind. Dass uns dennoch nicht immer alles gelingt und sich Fehler einschleichen, liegt daran, dass viele unserer Spieler noch sehr jung sind. Aber das ist eigentlich keine Schwäche, sondern ein Trumpf unserer Mannschaft, denn das bedeutet ja, dass wir noch Steigerungspotential haben. Darin liegt der Reiz unseres Projektes, dafür bin ich ja auch nach Eupen gekommen, um jungen Spielern in ihrer Entwicklung zu helfen.

Bis auf Lommel und Virton haben sie bislang alle Konkurrenten der 2. Division kennen gelernt. Wer hat Sie am meisten beeindruckt und was ist der AS Eupen zuzutrauen?

Von allen Gegnern hat Aalst in Eupen den besten Fußball geboten, auch OH Löwen hat gegen uns sehr stark gespielt. In meinen Augen spielt aber die AS Eupen den besten Fußball dieser 2. Liga. Das heißt aber nicht, dass wir deshalb alle Spiele gewinnen. So müssen wir schauen, was am Ende dabei herauskommt, denn in dieser Meisterschaft hat es ja schon viele Überraschungen gegeben.