UEFA-Beobachter Jean-François Crucke zum Saisonstart Gast der KAS Eupen

Seit dem Ende seiner Schiedsrichter-Karriere ist der Eupener Jean-François Crucke europaweit als offizieller Beobachter der UEFA unterwegs. Für die Pro League kommt e regelmäßig als Delegierter bei Spielen mit Sicherheitsrisiko zum Einsatz. Zum Saisonstart gegen Zulte Waregem war Jean-François Crucke gemeinsam mit seiner Ehefrau im Business-Club Gast der KAS Eupen. Gerne hat er für die die Homepage des Clubs drei Fragen zu seinen Aktivitäten bei der UEFA und zur neuen Saison beantwortet. 

Herr Crucke, nach wie vor sind sie regelmäßig als offizieller Beobachter der UEFA in ganz Europa unterwegs und gerade sind sie wieder von einer Mission zurückgekehrt. Wo waren Sie zuletzt im Einsatz und welches war Ihre Aufgabe?

Gerade komme ich aus Leipzig zurück, wo ich die Red Bull Arena auf ihre Champions League-Tauglichkeit geprüft habe. Ich war mir bereits im Vorfeld sicher, dass es dort kaum etwas zu beanstanden war und wurde bei meiner Visite des Stadions in dieser Meinung bestätigt. Was mich jedoch positiv überraschte, war die professionelle Einstellung der Clubverantwortlichen, die das Dossier ‚Champions League‘ sehr gut vorbereitet hatten. Selten habe ich bei einem Neuling der Champions League eine solch perfekte Vorarbeit erlebt. In der Woche zuvor war ich in Belgrad, um dem Spiel zwischen Partizan und Buducnost Postgorica beizuwohnen. Diese ‚Derbys‘ zwischen den Clubs aus dem früheren Jugoslawien sind nach wie vor problematisch. Negative Begleiterscheinungen wie rassistische Banner, Feuerwerkskörper und Sicherheitsprobleme aller Art sind dort leider nach wie vor zu beobachten. So habe ich dann auch vom Spiel selbst nicht viel gesehen.

Im belgischen Fußball stehen wir vor einer neuen Saison in der Pro League. Was erwarten Sie ganz allgemein von der neuen Spielzeit und welche Rolle könnte in ihren Augen die KAS Eupen spielen?

Generell würde ich sagen, dass der Kampf um die ersten sechs Plätze noch nie so offen war wie in dieser Saison. Zu den Kandidaten für die Top 6 zähle ich die sechs Teams, die in der letzten Saison die Play off 1 gespielt haben, aber auch Standard Lüttich und den KRC Genk. Möglicherweise kommen da noch zwei Überraschungsmannschaften  -vielleicht sogar trotz des verpatzten Starts in die Saison auch die KAS Eupen- hinzu, somit sind wir bei 10 Kandidaten für 6 Plätze, was auf eine sehr spannende Saison schließen lässt. Für die KAS Eupen gilt, dass die zweite Saison in der neuen Klasse sehr oft eine schwierige ist. Ich gehe jedoch davon aus, dass, wenn die Mannschaft es schafft, gegen die so genannten schwächeren Gegner zu punkten, mindestens ein Platz im gesicherten Mittelfeld möglich sein sollte, dies unter der Voraussetzung, dass die Vorstellung des ersten Spieltages beim 0:5 gegen Waregem nur ein Ausrutscher war, aus dem die Mannschaft lernt.

Sie wohnen in direkter Nähe des Kehrweg-Stadions. Wie oft werden Sie in dieser Saison die Heimspiele der KAS Eupen besuchen?

Die Möglichkeit, bei fast allen Spielen dabei zu sein, habe ich nicht. Denn außer meiner Tätigkeit bei der UEFA, werde ich in der Pro-League als Spieldelegierter bei Risiko-Spielen eingesetzt. So werde ich am nächsten Freitag beim Spiel Standard – Genk zugegen sein. Außerdem darf ich Ihnen verraten, dass wir Opern-Fans sind mit einem Sonntags-Abo für die Lütticher Oper. Rechnet man das alles zusammen, so hoffe ich -ähnlich wie im letzten Jahr- bei mindestens 5 Spielen der KAS Eupen im Stadion dabei sein zu können.